Blog für Hundefans: Tipps, Geschichten & mehr
16. Juni 2026

Ich dachte gut vorbereitet zu sein...

Servus und Hallo auf meinem Blog. Schön, dass du da bist – nimm dir einen Kaffee oder ein Glas Wein, und lass uns ganz nah zusammenrücken. Heute wird es hier auf dem Blog sehr persönlich, sehr ehrlich und verdammt emotional. Heute schwätzen wir über das Schwerste, was das Leben mit einem Hund für uns bereithält.

Wenn wir uns einen Hund in unser Leben holen, dann unterschreiben wir vom ersten Tag an einen ungeschriebenen Vertrag. Wir versprechen diesem Lebewesen, dass wir es lieben, beschützen und durchs Leben führen. Aber zu diesem Vertrag gehört auch die letzte, die schwerste Zeile, denn wir versprechen ihnen auch, dass wir sie gehen lassen, wenn ihr Körper net mehr kann.

Wer mich und meinen Blog verfolgt, der kennt meine Akila. Sie war jahrelang mein Wirbelwind, mein Schatten im Training, mein absoluter Kompass. Heute ist sie fast dreizehn. Der Tag, an dem ich dieses Versprechen einlösen muss, steht mir unaufhaltsam bevor, also genau zu sage in zwei Tagen. Ich will net lügen, es ist alles, aber net einfach. Es zerreißt einem das Herz in tausend Teile.

Wenn du mich aktuell erlebst, dann siehst du mich oft einfach nur dasitzen mit Akila. Ich verliere mich in ihren Augen, die im Alter so unendlich tief und weise geworden sind, auch wenn sie net mehr alles scharf sehen. Und ich stecke meine Nase so oft es geht tief in ihr Fell, um diesen ganz besonderen, vertrauten Hundegeruch tief in mir aufzusaugen. Ich will jede Sekunde konservieren, jeden Herzschlag von ihr speichern.

Manchmal überkommen mich dabei diese furchtbaren Schuldgefühle.

Ich erwisch mich bei dem Gedanken: „Bringe ich mein Tier um?“

Aber ich sage dir heute ganz offen und von Frau zu Frau, von Hundemensch zu Hundemensch: Nein. Das tu ich net.

Ich handle in tiefster Liebe und Verantwortung. Für mich ist genau das echter Tierschutz. Tierschutz bedeutet net nur, ein Tier vor Gewalt zu schützen oder ihm ein schönes Zuhause zu geben. Tierschutz beginnt genau da, wo das Leben für das Tier net mehr lebenswert ist, weil der Körper streikt und jeder Tag zum Kampf wird. Wo wir das Tier vor unnötigem Leiden bewahren können.

Es ist die reinste, uneigennützigste Form von Liebe, die wir unseren treuen Begleitern erweisen können: Wir nehmen ihnen den Schmerz ab – und tragen ihn ab diesem Tag in unserem eigenen Herzen weiter.

Die schwerste Entscheidung getroffen auf Augenhöhe

Als moderne Hundetrainerin, die früher selbst aus der aversiven Szene kam, habe ich gelernt, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse des Hundes über das eigene Ego zu stellen. Im Training verzichten wir auf Druck und Gewalt, weil wir die Unversehrtheit des Hundes schützen wollen. Und genau dieselbe Haltung braucht es auch auf den letzten Metern.

Es geht net darum, was wir wollen. Es geht net darum, dass wir net loslassen können, weil der Schmerz des Abschieds so unfassbar wehtut. Es geht einzig und allein um den Hund.

Ein weiser Spruch besagt: Es ist unendlich viel wertvoller, eine Woche „zu früh“ in Frieden und Würde Abschied zu nehmen, als einen einzigen Tag zu spät in Schmerzen oder Panik.

Ich würde immer wieder so entscheiden. Das sage ich jetzt, obwohl mir die Knie zittern, wenn ich Akilas Fell rieche, und mir Angst und Bange vor dem Moment ist. Weil mein Versprechen an meine Hündin gilt. Bis zum allerletzten Atemzug.

An euch da draußen

Wenn du gerade in derselben Situation steckst, wenn du dein geliebtes Seelentier ansiehst, deine Nase in sein Fell steckst und spürst, dass die gemeinsame Zeit unaufhaltsam dem Ende entgegengeht, fühl dich net schlecht. Zweifel net an dir. Du bist net allein.

In meiner Hundeschule und auf diesem Blog begleite ich dich net nur, wenn dein Welpe einzieht oder dein Junghund die Nerven blank legt. Ich bin auch dann an deiner Seite ehrlich und ohne erhobenen Zeigefinger, wenn es darum geht, den schwersten Weg zu gehen.

Wir haben unsere Hunde jahrelang wie ein Schatten begleitet. Und wir werden auch diesen letzten Schritt mit derselben Würde, Liebe und Gewaltfreiheit für sie gehen, die sie ihr ganzes Leben lang von uns bekommen haben. Sie dürfen ganz sanft in unseren Armen einschlafen, getragen von unserer Liebe und unserem vertrauten Geruch.

Ich danke dir fürs lesen. Schnapp dir deinen Hund, atme seinen Geruch ein, verlier dich in seinem Blick und genieße jede Sekunde. Denn Zeit ist das Kostbarste, was wir haben.

In tiefer Verbundenheit mit euch und meiner Akila

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