Blog für Hundefans: Tipps, Geschichten & mehr
16. Juni 2026

Positives Hundetraining.

Servus und Hallo auf meinem Blog! Bissl Woghaisl bissl Waldstadt - hauptsach badisch.
​Schön, dass du hergfunden hast! Schnapp dir einen Kaffee oder ein gutes Glas Wein und lass uns ganz ungezwungen wie gute Freunde über unsere vierbeinigen Begleiter babble.
​In de Hundewelt gibt’s gerade so viele Meinungen wie Sand am Meer. Jeder weiß es besser, jeder hat den „ultimativen Geheimtipp“

Mittendrin steht ein Begriff, den fast jeder vor sich herträgt: Positives Hundetraining.
​Aber halt mal, ganz so einfach ist es net. Bloß weil „positiv“ draufsteht, ist noch lange net alles super. Und trotzdem.da beißt die Maus keinen Faden ab, hat Gewalt bei mir net den kleinsten Platz im Training.

Die Unversehrtheit von deinem Hund steht für mich an aller-erster Stelle. Ohne Wenn und Aber.


​Ich will ehrlich mit dir sein,Ich bin mit der alten, aversiven Schule großgeworden. Ich kenne den Druck, die Leinenrucke, die Stromschläge, Stachler und andere heftigen Methoden und die Sprüche von wegen „Da muss er jetzt durch“. Aber ich habe hingeschaut, gelernt und mich bewusst für einen anderen Weg entschieden. Heute stehe ich für modernes, absolut gewaltfreies Training auf Augenhöhe.


​Schauen wir uns das Thema mal gscheit an, ganz wissenschaftlich, aber von Herz zu Herz.
​1. Warum „positiv“ net automatisch „gut“ bedeutet
​Wenn wir im Alltag „positiv“ sagen, meinen wir: „Super, toll, herrlich!“ Wenn wir aber über Lernbiologie sprechen, heißt „positiv“ erst mal nix anderes als „Plus“ (+) – es wird rein mathematisch etwas hinzugefügt.
​Der klassische Denkfehler: Wer sagt, er trainiert rein positiv, der hat die Rechnung ohne die Natur gemacht.
​Wenn dein Hund einen anderen anpöbelt und Erfolg damit hat (weil der andere abhaut), ist das für deinen Hund eine positive Verstärkung seines Verhaltens. Er hat was gelernt, was wir net wollen, aber für ihn war es erfolgreich. Oder denken wir an die Methoden von früher, bei denen ein Leinenruck verpasst wird. Aus Sicht der Wissenschaft ist das positive Strafe (+ Schmerz/Schreck). Es wird was hinzugefügt. Das ist biologisch zwar als „positiv“ definiert, aber für den Hund ist es einfach nur Mist und tut weh!
​Deshalb: „Positiv“ im wissenschaftlichen Sinn ist net immer das, was gut für den Hund ist. Wir müssen genau hinschauen, was wir hinzufügen.
​2. Die vier Quadranten Werkzeugkasten oder nur Erklärung?
​Jetzt wird’s kurz akademisch, aber keine Angst, ich erklär’s dir ganz unkompliziert. Die Psychologie teilt das Lernen in vier Quadranten ein:
Positive Verstärkung (+R): Belohnung kommt hinzu (Leckerlie, Spielzeug). Verhalten wird häufiger.
Negative Verstärkung (-R): Was Unangenehmes hört auf (z. B. der Druck vom Halsband lässt nach). Verhalten wird häufiger.
Positive Strafe (+P): Was Unangenehmes kommt hinzu (Leinenruck, Anschreien, Erschrecken). Verhalten wird seltener.
Negative Strafe (-P): Was Tolles wird weggenommen (Aufmerksamkeitsentzug, Spielabbruch). Verhalten wird seltener.

Viele Trainer aus der alten Szene sagen: „Du musst alle vier Quadranten nutzen, um dem Hund die Welt zu erklären!“
​Ich sag dir ganz offen, dass des Quatsch is. Die vier Quadranten sind kein Werkzeugkasten, aus dem man sich einfach bedient, wie es einem passt. Sie sind ein Erklärungsmodell, wie Naturgesetze funktionieren. Die Schwerkraft existiert ja auch und trotzdem spring ich net vom Dach, um zu beweisen, dass sie da ist! Wir müssen net aktiv Schmerz hinzufügen, nur weil die Wissenschaft diesen Quadranten benannt hat.


3. Was die „Positive Bubble“ dazu sagt
​Ich steh mit meiner Haltung ja net alleine da. Die klügsten Köpfe der modernen Hundewelt predigen das seit Jahren, und sie haben mich auf meinem Weg weg von den aversiven Methoden inspiriert. Hören wir mal rein, was die Kolleginnen aus der bedürfnisorientierten Szene dazu sagen:
Dr. Ute Blaschke-Berthold (CumCane): Sie betont immer wieder, dass Training über positive Verstärkung eben kein kopfloses „Wattebauschwerfen“ ist, sondern echtes Handwerk und kluges Management. Es geht darum, dem Hund Strategien beizubringen, damit er in unserer Menschenwelt überhaupt klarkommt, ohne in Angst zu verfallen.
Maria Hense: Sie erinnert uns daran, dass wir die Ursache von Verhalten (oft Angst oder Stress) behandeln müssen, net nur das Symptom deckeln. Wer straft, unterdrückt nur die Emotion, löst aber das Problem net.
Katrien Lismont: Macht sich stark für die Würde des Hundes. Training darf die Persönlichkeit des Hundes net brechen.


​4. Warum Gewalt bei mir absolut KEINEN Platz hat (Wissenschaft schlägt Bauchgefühl)

​Warum bin ich da heute so strikt und kompromisslos? Weil ich den Unterschied selbst gesehen habe und weil die Wissenschaft es schwarz auf weiß beweist:
Studie von Rooney & Cowan (2011): Hunde, die mit aversiven Methoden (also Strafe und Druck) trainiert wurden, zeigten in Tests deutlich mehr Stresssymptome und waren weniger spielerisch und interaktiv mit ihren Besitzern als Hunde, die über positive Verstärkung trainiert wurden.
​Studie von Casey et al. (2013): Die Forscher fanden heraus, dass der Einsatz von Strafe das Risiko für aggressives Verhalten massiv erhöht. Wer Gewalt sät, wird Angst und Aggression ernten.
Die Sache mit dem Cortisol: Studien zeigen messbar, dass das Stresshormon Cortisol bei gestraften Hunden drastisch ansteigt. Ein gestresstes Gehirn kann aber net logisch lernen! Das blockiert komplett.
​Wer seinen Hund einschüchtert, deckelt oder körperlich maßregelt, trainiert net. Er betreibt Symptombekämpfung auf Kosten der Hundeseele. Das führt im schlimmsten Fall zur „gelernten Hilflosigkeit“, der Hund tut nix mehr, weil er Angst vor der Konsequenz hat. Das sieht dann für Laien „brav“ aus, ist aber psychische Grausamkeit.


​Mein Versprechen an dich und deinen Hund:
​Bei mir wird net gedeckelt, net geruckt und net geschrien. Wir trainieren modern, mit Köpfchen, Herz und Verstand. Wir nutzen die positive Verstärkung (+R) als unser Hauptwerkzeug, weil wir wollen, dass dein Hund gern mit dir arbeitet. Und ja, wir setzen Grenzen aber durch faires Management, vorausschauendes Handeln und indem wir erwünschtes Verhalten belohnen, bevor das unerwünschte überhaupt entsteht.


​Als deine Trainerin begleite ich dich auf Augenhöhe, kumpelhaft, ehrlich und ohne erhobenen Zeigefinger. Ich weiß, wie es ist, umzulernen. Und ich zeige dir, wie schön und leicht Training sein kann, wenn Druck keine Rolle mehr spielt.
​Die Unversehrtheit,körperlich wie seelisch – von deinem Hund ist mein oberstes Gebot. Da wird net dran gerüttelt!
​In diesem Sinne: Bleib fröhlich und höflich, trainiere mit Liebe und wir sehen uns ganz entspannt im Training!
​Deine Vanessa Gruber von DOGKAIROS

Foto: Steffen Hoffner

Zurück

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Dieses Feld ist ein Pflichtfeld

Bei der Übermittlung Ihrer Nachricht ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Sicherheitsüberprüfung

Ungültiger Captcha-Code. Versuchen Sie es erneut.

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.